Compliance im Rathaus – Wie beugen Sie Mauschelei vor?

17. Februar 2017

Darf man Geschäftspartnern einen Blumenstrauß zum Geburtstag verschenken? Darf man umgekehrt solche Geschenke selbst annehmen? Oder die Mitarbeiter? Darf ein Freund des Bürgermeisters eine Fläche als landwirtschaftliche Fläche kaufen, die kurz darauf zu Bauland umgewidmet wird? Darf man Freunden oder Angehörigen einen Job im eigenen Machtbereich vermitteln? Das alles sind Fragen von Compliance und es ist oft gar nicht so leicht, richtig die Grenze zu ziehen.

Ein Bürgermeister sollte ja gerade viele talentierte Menschen kennen und wenn ein interessanter Job vakant ist, darf man natürlich auch darüber nachdenken, ob man einen geeigneten Kandidaten persönlich kennt. Wenn man aber Compliance ernst nimmt, sollte dieser Kandidat auch deutlich geeigneter sein, als seine Kontrahenten und wenn es familiäre Beziehungen betrifft, muss man sogar einen noch strengeren Maßstab anlegen. Ich bspw. habe nicht zufällig nie auch nur in der Stadt Oranienburg gearbeitet, sondern musste mir außerhalb der Stadtgrenzen eine Karriere aufbauen.

Leider ist Compliance aber alles andere als selbstverständlich. Wir alle kennen zahllose Geschichten von Politikern und anderen Verantwortungsträgern, die über die Annahme oder Gewährung von persönlichen Vorteilen gestolpert sind. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Stadt nicht nur einen fähigen und freundlichen Bürgermeister bekommt, sondern auch einen sehr vertrauenswürdigen. Zwar werde auch ich Netzwerke unterstützen, denn das ist ja gerade Teil der Rolle, aber weil der Grad zum Klüngeln sehr schmal ist, werde ich eine strenge Compliance-Linie vorgeben und für mich selbst anlegen.

Vielleicht fragen Sie sich, warum eine strenge Compliance überhaupt so wichtig ist? Man muss es doch auch nicht übertreiben, oder? Kleine Geschenke erhalten doch schließlich die Freundschaft. Wenn Freunde aber bevorzugt werden, z.B. auch Freunde aus einem Netzwerk oder aus einer politischen Partei, geht nicht nur die Moral in dem Haus zugrunde, sondern die Qualität leidet insgesamt. Der bessere Anwärter soll gewinnen, nicht derjenige, der bessere „Freundschaftsdienste“ leistet oder der besser vernetzt ist.

Daher möchte ich Ihnen versichern, dass es unter mir keine Bevorzugungen geben wird und dass ich im Zweifel strenger mit Menschen umgehen werde, die mir nahe stehen und ich werde alles dafür tun, dass mir niemand gerechtfertigterweise Gemauschel nachsagen kann. Ein guter Ruf ist sehr schwer erarbeitet und sehr leicht ruiniert. Compliance lohnt sich daher nach meiner Überzeugung schon aus eigenem Interesse.

Ich bitte um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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