Das sind große Fußstapfen. Wollen Sie Ihren Vater nachahmen?

23. Februar 2017

Es ist sicher selten, dass der Sohn eines Bürgermeisters selbst für dessen Nachfolge kandidiert, andererseits Kinder von Handwerkern sind oft Handwerker und Kinder von Ärzten sind oft Ärzte. Warum sollte also ein Bürgermeister, der viele Menschen von seiner Arbeit überzeugt hat, nicht auch seinen eigenen Sohn davon begeistern?

Tatsächlich sind wir uns in vielen Dingen ähnlich, auch weil er ein gutes Vorbild und ein guter Lehrer ist. Außerdem hat mich mein Vater von Beginn an für das Amt mit seinen vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten fasziniert und durch ihn habe ich früh neben dem wichtigen Handwerkszeug, wie Kenntnisse über Verwaltungsstrukturen, politische Gremien, Abstimmungsprozesse, rechtliche Rahmenbedingung, und so weiter… vieles gelernt, was man in keinem Lehrbuch nachlesen kann.

So erinnere ich mich z.B., als ich als Jugendlicher meinen Vater einmal flapsig fragte: „Es gibt so viele Leute, die dir in der DDR Böses wollten. Hast du so jemanden schon einmal herzhaft abtreten lassen?“ Worauf er mir so nüchtern antwortete, wie man nur sein kann: „Nein, wir pflegen keine Feindschaften.“ Damals hatte mich diese Antwort erstaunt und ich denke bis heute darüber nach, aber es sind gerade solche Lehren, die ich von ihm verinnerlicht habe.

Außerdem durfte ich miterleben, wie in seinem Kopf Ideen entstanden sind, deren Erfolg nach ihrer Realisierung viele für sich beansprucht haben. Ich kann mich andererseits auch an schlaflose Nächte erinnern, denn schwierige Zeiten musste er ebenso durchstehen, so dass es für mich erstrebenswert wurde, wie er, Rückgrat zu zeigen, wenn es nötig ist.

Das Amt eines Bürgermeisters gibt einem die Möglichkeit eine Stadt wesentlich mitzugestalten und ihr ein freundliches Gesicht zu geben. Ich finde, dass mein Vater das in ganz besonderer Weise gelebt, ausgefüllt und ausgestrahlt hat. So ist das Bürgermeisteramt auch für mich ein echter Traumjob und umso mehr, weil Oranienburg meine Heimat ist, mit deren Entwicklung ich mich seit meiner Kindheit identifiziere. Und ja, ich habe großen Respekt vor den Fußstapfen, in die ich aber nicht in jedem Fall treten möchte, weil ich lieber eigene Spuren hinterlassen möchte. Deswegen verwechseln Sie mich bitte auch nicht mit meinem Vater. Ich habe eigene Stärken und Schwächen und beanspruche für mich eigene Akzente zu setzen.

Ich bitte Sie um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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