„Eierfabrik“ – Wie stehen Sie zu den aktuellen Plänen?

17. März 2017

Vor einiger Zeit bin ich auf folgendes Zitat gestoßen, das mich sofort an die BI Contra Eierfabrik erinnert hat und seither immer wieder daran erinnert: „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.“ Es beeindruckt mich sehr, was die BI schon jetzt erreicht hat.

Ich selbst habe es mir allerdings schwer gemacht, eine eigene Haltung zur geplanten „Eierfabrik“ zu entwickeln. Was kann man schon dagegen haben, wenn am Rand von Berlin Bio-Eier aus der Region für Berlin produziert werden sollen? Weil ein großer Teil meiner Familie selbst bäuerlich geprägt ist, neige ich sowieso dazu landwirtschaftliche Unternehmen zu verteidigen. Es macht mich nämlich sehr betroffen, dass viele Endverbraucher gar keine Beziehung mehr zur Landwirtschaft haben und sie deshalb dämonisieren. Außerdem habe ich selbst in einer kaufmännischen Unternehmensberatung für landwirtschaftliche Unternehmen gearbeitet, deren Mandanten allerdings in der Region verwurzelte mittelgroße Unternehmen sind. Und ich war sogar selbst eine Zeitlang Hühnerhalter, als ich in Oranienburg Eden gelebt hatte.

Politik heißt sorgfältig abwägen, das habe ich in dem Fall ganz besonders gründlich getan, Politik heißt aber auch sich letztlich zu positionieren. Meine Position also: Wir leben in einem Rechtsstaat. Wenn die Investoren einen Anspruch auf Realisierung ihres Projektes haben, dann hat das auch die Stadt zu dulden und muss sich damit arrangieren. Als Vermittler stelle ich mich gerne zur Verfügung. Wenn die Stadt in der Sache aber Entscheidungsspielraum hat, ist meine Position, eine, wie auch immer in Oranienburg verteilte, Eierfabrik von mindestens 84.000 Hühnern ist nicht willkommen. Dafür gibt es gute Gründe. Landwirtschaftliche Megabetriebe und Monokulturen gefährden das natürliche Gleichgewicht und sind nicht nachhaltig. Deswegen sind sie nicht mehr zeitgemäß. Es ist erfreulich, dass in der Hinsicht längst eine Bewusstseinsveränderung stattfindet. Speziell in Oranienburg ist das Land ohnehin sehr gefragt, auch in den Ortsteilen, so dass Oranienburg anspruchsvoll mit seinen knappen Ressourcen umgehen muss. Auch ein landwirtschaftlicher Betrieb muss sich daher einfügen. Betriebe, die vielleicht schon ein paar Kilometer weiter nördlich willkommen sind, können für Oranienburg unattraktiv sein, so wie in diesem Fall. Aus diesem Grund lehne ich in Oranienburg etwa auch Windräder ab, obwohl ich grundsätzlich Windräder unterstütze.

Ich wünsche der BI Contra Eierfabrik viel Erfolg für ihr Engagement. Sollte ich als neuer Bürgermeister Gestaltungsspielraum in der Sache haben, werde ich zu Lasten der geplanten „Eierfabrik“ entscheiden. Dafür bitte ich um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke

[zur Homepage der BI Contra Eierfabrik]


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