Ein parteiloser Bürgermeister, geht denn das?

22. Januar 2017

Sicher ist es vor allem meinem Vater geschuldet, dass ich mit einer politischen Haltung aufgewachsen bin, ebenso mit dem Selbstverständnis sich für seine Überzeugungen zu engagieren. So bin ich mit 17 Jahren in die SPD eingetreten, war zwischenzeitlich JUSO-Vorsitzender in Oranienburg und auch Mitglied im Vorstand der Oranienburger SPD.

1998 wurde ich ein erstes Mal in die Oranienburger Stadtverordnetenversammlung gewählt, wo ich mich im Sozialausschuss einbrachte. Nach einer Pause wegen meines Studiums in Berlin wurde ich 2008 erneut in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und brachte mich diesmal im Bau- und im Werkausschuss ein.

2012 trat ich dann nach 15 Jahren aus der SPD aus. Das hatte mehrere Gründe, aber besonders kühlte meine Loyalität zur SPD durch die Politik Gerhard Schröders ab, gerade weil ich sie lange Zeit selbst verteidigt hatte. Von ihm fühlte ich mich verraten, seit er unmittelbar nach seiner gescheiterten Wiederwahl als Bundeskanzler in den Gazprom-Konzern wechselte und damit seinen Ruf als „Genossen der Bosse“ und als „Basta-Kanzler“ belegte. Mein politisches Vorbild ist noch immer Regine Hildebrandt, weil sie an das Gute im Menschen glaubte und immer die Ärmel hochgekrempelt hatte.

Nach einem kurzen Abstecher zu den Grünen als politisch naheliegende Partei habe ich mich inzwischen aber dazu entschlossen parteilos zu bleiben, denn es ist heute überhaupt kein Widerspruch mehr sich politisch zu engagieren und sich nicht an eine bestimmte politische Partei zu binden. Ich bin bekennender Christ, halte mich für recht sozial, bin ein überzeugter Demokrat, bin liberal so weit wie möglich und natürlich ist Umweltschutz für mich ein treibendes Thema unserer Zeit.

Aber welche Partei sollte damit zu mir passen? In den grundsätzlichen Themen wie etwa Meinungs- und Reisefreiheit stimmen die demokratischen Parteien sowieso weitestgehend überein und haben deswegen immer größere Mühe sich voneinander abzugrenzen. Deswegen kann ich meine politische Haltung nicht über eine Partei abgrenzen und gerade Oranienburg zeigt ja, dass gute Politik auch ohne die konservativen Politikmechanismen funktioniert, denn hier gab es lediglich zwischen 1993 und 1998 eine schlecht funktionierende Koalition und ansonsten immer eine durch Debattenkultur geprägte Politik über die Parteigrenzen hinweg, was ebenso außergewöhnlich, wie bewährt ist.

Das hat mich geprägt. An diese freie Debattenkultur will ich anknüpfen. Ich pflege zu vielen meiner ehemaligen Parteifreunde auch weiterhin freundschaftliche Beziehungen, Parteigrenzen sind mir inzwischen aber weniger wichtig, als die Grenze zwischen Pragmatikern und Ideologen und die Grenze zwischen den Lösungsorientierten und den Extremisten.

Weil für mich Inhalte mehr zählen als parteipolitische Erwägungen bitte ich um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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