Mitarbeiterförderung – Was wird sich für die Mitarbeiter der Stadt ändern?

7. April 2017

Haben Sie bitte keine Angst vor der geplanten Holding.

Ich höre im Moment immer öfter, dass Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Oranienburger Tochterunternehmen persönliche Befürchtungen wegen der geplanten Holding haben. Deswegen möchte ich Ihnen erklären, warum aus meiner Sicht keine Kündigungswelle bevorsteht, sondern, ganz im Gegenteil, ich mich frage, wie Oranienburg in Zukunft den Personalbedarf decken kann. Machen Sie sich bitte keine Sorgen.

Verwaltung ist kein Selbstzweck. Deswegen steht ein ausgeprägter Dienstleistungsgedanke gegenüber dem Bürger im Zentrum meines Anspruches. Dazu gehört es aber auch, Mitarbeiter zu motivieren und gute Mitarbeiter zu umwerben und zu binden. Vor allem durch den demographischen Wandel verschärft sich gerade der Wettstreit um Mitarbeiter. Wer in meinem Alter oder älter ist, wundert sich deswegen noch manchmal, wie sehr das Werben um Mitarbeiter zugenommen hat. Allerorts findet man die Aufforderung „Kollege gesucht“, Unternehmen klagen, weil der Nachwuchs fehlt und dabei beginnen erst die geburtenstarken Jahrgänge in Rente zu gehen. Die Zeiten, in denen Arbeitgeber sich zurücklehnen konnten, weil Arbeitnehmer auch unter schlechtesten Bedingungen dankbar für Ihren Job waren, gehen gerade zu Ende und Unternehmen, die das noch immer nicht begriffen haben, sind existenziell bedroht.

Auch die Stadt muss nicht nur um Mitarbeiter werben, sondern Angebote schaffen, um Mitarbeiter zu binden. Andere Unternehmen haben ebenfalls diesen Wettstreit längst begonnen und es ist spannend, was auf einmal möglich wird. Zum Beispiel flexiblere Arbeitszeiten. Warum sollten Büromitarbeiter, die nur auf Computer und Telefon angewiesen sind, nicht einen Teil der Arbeit auch von zuhause aus erledigen können? Voraussetzung dafür ist natürlich eine konsequente Digitalisierung des Arbeitsplatzes. Oder warum soll man nicht einem Team die Abstimmung darüber überlassen, wann man über das Jahr Saisonspitzen durch Freizeit ausgleicht? Warum sollen Mitarbeiter nicht zwischen mehr Nettolohn, mehr Urlaub und weniger Wochenarbeitszeit entscheiden können? Eine zeitlich und örtlich flexiblere Arbeitszeit hat sich in anderen Unternehmen jedenfalls bewährt.

Aber auch in anderen Bereichen der Unternehmenskultur gibt es spannende Entwicklungen. Wenn es geht, finden in modernen Unternehmen Meetings an der frischen Luft oder in Kreativräumen statt. Außerdem wird der hoffnungsvolle Nachwuchs konsequent durch Teilnahme an Spitzengesprächen gefördert. Und Mitarbeiterbefragungen bekommen einen immer höheren Stellenwert und sind mit Kennzahlen verbunden, die sich auf das Gehalt der Führungskräfte auswirken. Das alles steigert das gegenseitige Wissen und Verständnis und damit die gegenseitige Wertschätzung.

Mir ist klar, dass damit viele Zugeständnisse verbunden sind, die teilweise auch skeptisch gesehen werden. Ist es möglich aus einer Kultur strenger Vorgaben heraus immer mehr die Selbstständigkeit der Mitarbeiter zu stärken, ohne dass das ausgenutzt wird? Wahrscheinlich nicht bei jedem Mitarbeiter, aber die besonders guten und gefragten Mitarbeiter werden es leichter haben, Beruf und Privatleben zu vereinbaren und genau das macht den kulturellen Wandel unserer Zeit aus. Freiheit ist eben mit Verantwortung verbunden und wir alle müssen lernen, mit der wachsenden Freiheit umzugehen.

Die Mitarbeiter der Stadt (sei es in der Verwaltung, in den Tochterunternehmen, beim Stadthof, in den städtischen Kindergärten oder sonst wo) sind keine Maschinen, sondern Menschen, für deren Wohlergehen ich mich als verantwortungsvoller Bürgermeister einsetzen möchte, gerade für eine leistungsstarke und dienstleistungsorientierte Verwaltung. Dafür bitte ich um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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