Oranienburg muss sich auf Bevölkerungswachstum einstellen

21. Januar 2017

Stellen Sie sich einmal vor Sie könnten die Erfindung des Autos verhindern. Würden Sie es tun? Ähnlich kann man die Frage danach stellen, ob man das Wachstum in Oranienburg verhindern sollte oder nicht. Es spräche ja einiges dafür die derzeitige Einwohnerzahl einzufrieren, aber diese Möglichkeit bietet sich gar nicht. Oranienburg hat sehr an Attraktivität gewonnen und ist kein Geheimtipp mehr, Oranienburg ist auch sehr gut an Berlin angebunden und der Berliner Raum wächst insgesamt. Deswegen wird Oranienburg weiter wachsen, ob wir das wollen oder nicht.

Und wahrscheinlich wird Oranienburg in den kommenden Jahren sogar schneller wachsen als in der Vergangenheit. Ein Wachstum um 25% in nur zehn Jahren, also etwa um 10.000 Einwohner ist gar nicht unrealistisch. Wie schnell Oranienburg tatsächlich wachsen wird, darüber können wir allerdings nur spekulieren. Damit kommen aber auch viele Herausforderungen auf uns zu. Nehmen wir nur 25% an, und es gibt noch dynamischere Schätzungen, dann bräuchten wir 25% mehr Kitas, Schulen, Wohnraum, etc., denn wir sind in der Hinsicht schon jetzt ausgelastet. Außerdem müssten wir damit zurechtkommen, dass unsere Straßen um 25% mehr befahren werden.

Abgesehen von den finanziellen Herausforderungen einer wachsenden Stadt, benötigen wir also auch eine weitsichtige und kreative Stadtentwicklungsplanung, sonst wird man schnell von der Realität eingeholt und kann nur noch reagieren. In anderen Städten kann man anschaulich nachvollziehen, wo aktive Stadtentwicklung betrieben wurde und wo die Verantwortlichen von Entwicklungen überrollt wurden. Weil die Entwicklung in Oranienburg sehr dynamisch ist, ist es umso wichtiger, dass wir weitsichtige Stadtentwicklung betreiben. Wir müssen Konzepte zu immer knapper werdenden Parkraum, über zukünftige Verkehrsströme, über wachsenden Anspruch an den ÖPNV und so weiter schon jetzt mit der Gewissheit angehen, dass Oranienburg sich weiter verdichten wird. Und weil der zur Verfügung stehende Wohn- und Gewerberaum nicht endlos verdichtet werden kann, müssen wir auch darüber nachdenken, wo wir zukünftig weitere Bebauung und Gewerbe zulassen werden und wo wir darauf bestehen werden den natürlichen Raum zu erhalten.

Damit möchte ich allerdings überhaupt kein pessimistisches Bild von der Oranienburger Entwicklung zeichnen. Es ist doch sehr viel schöner eine Stadt zu gestalten, die aufblüht und angenommen wird, als eine, in der Kitas geschlossen werden und Wohnblöcke verweisen. Ich werbe nur dafür, dass wir uns auf die Zukunft einstellen, ohne sie zu verteufeln. Oranienburg muss das Wachstum selbstbewusst annehmen.

Dafür bitte ich um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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