Partnerstädte – Wozu soll das gut sein?

10. Februar 2017

Oranienburg pflegt Städtepartnerschaften zu Bagnolet in Frankreich, zu Melnik in Tschechien, zu Hamm in Nordrhein Westphalen und zu Vught in den Niederlanden. Aber wozu pflegt man eigentlich Städtepartnerschaften? Man könnte genauso gut fragen, wozu man grundsätzlich Freundschaften pflegt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden ganz bewusst Freundschaften zwischen Städten begründet und nicht nur zwischen Nationen, denn durch gepflegte persönliche Kontakte werden andere Kulturen für den Einzelnen viel besser erlebbar. Und wo Freundschaften gepflegt werden, da fallen Kriege schwerer. Aber auch die Wahl der richtigen Partnerstädte ist kein Zufall. Bagnolet und Melnik sind Vororte der Hauptstädte ihres Landes, genau wie Oranienburg. Dadurch können wir viel voneinander lernen.

Mit der Wende gab es eine nächste Welle von neu begründeten Städtepartnerschaften und zwar zwischen Städten der ehemaligen DDR und BRD. Das Partnerbundesland von Brandenburg wurde Nordrhein Westphalen und innerhalb darin Hamm unsere neue Oranienburger Partnerstadt. Zusammen mit den Hammern konnte auch ich als Kind erleben, wie vielfältig und engagiert unsere Städtepartner uns bereicherten. Unsere Freunde haben uns mit Technik, Wissen und auch finanziell unter die Arme gegriffen und abermals sind Freundschaften entstanden.

Weil sich die Oranienburger immer mehr an ihre holländischen Wurzeln erinnert haben, wurde mit Blick auf die Ausstellung „Onder den Oranje Boom“ eine Städtepartnerschaft in die Niederlande überfällig. Vught bot sich dafür deshalb besonders an, weil vom Kamp Vught viele Transporte nach Sachsenhausen ausgingen und weil anderseits Louise Henriettes Vater Friedrich Heinrich dort sein Schloss hatte. Es gibt also Beziehungen zur dunkelsten Seite von Oranienburg, ebenso wie zu unserer Namensgeberin, auf die die Oranienburger stolz sind. Auch diese Partnerschaft nach Vught wird bis heute u.a. mit vielen gegenseitigen Besuchen auf allen Ebenen erfüllt und unsere holländischen Wurzeln werden auch dadurch immer mehr spürbar.

Städtepartnerschaften sind eben nur dann wertvoll, wenn sie nicht nur auf dem Papier beschlossen werden, sondern auch mit Leben erfüllt werden und das werden sie bei uns, selbstverständlich nicht nur zwischen den Stadtoberhäuptern, sondern auch zwischen Vereinen, Schulen und so weiter.

Mit Blick auf die ambivalente Geschichte Oranienburgs und auf die Gedenkstätte Sachsenhausen, werbe ich außerdem für eine weitere Städtepartnerschaft nach Israel, um die Vergangenheit aufzuarbeiten, um gegenseitiges Verständnis für die Gegenwart zu fördern und freundschaftliche Beziehungen für die Zukunft aufzubauen.

Wenn die Oranienburger an Städtepartnerschaften denken, haben viele ganz konkrete Menschen vor Augen, die ihre persönliche Welt ein Stück bereichert haben und genau deshalb sind unsere Städtepartnerschaften so wertvoll. Wir wollen weiterhin Freundschaften auch nach außen pflegen.

Dafür bitte ich um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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