Politischer Lebenslauf

11. April 2017

Als ich während meiner frühen Jugend anfing, mich für Politik zu interessieren, war es kaum vorstellbar, politisch engagiert sein zu können, ohne dies in einer Partei zu tun. Heute ist das völlig anders. Ich bin inzwischen zwar parteilos und habe auch nicht vor, mich wieder einer Partei anzuschließen, aber ich bin sehr politisch und habe trotz meines noch recht jungen Alters schon einen langen politischen und auch parteipolitischen Lebenslauf.

Mein politisches Interesse begann mit der Wende, damals war ich zehn Jahre alt, ich hatte meinen Vater auf Demonstrationen begleitet und hatte gelernt, dass man mit einer Überzeugung sehr viel bewegen kann. Andererseits war gerade meine politische Prägungsphase einer sehr frustrierende und aufwühlende Zeit, denken Sie etwa an die Brandanschläge von Rostock Lichtenhagen oder auch in Sachsenhausen. Diese Zeit hat mich sehr wachsam für jede Form von Extremismus gemacht.

Weil ich selbst Verantwortung übernehmen wollte, folgte ich meinem Vater in die SPD. Mein politisches Vorbild ist übrigens nach wie vor Regine Hildebrand, die ich für ihre positive und tiefmenschliche Ausstrahlung zusammen mit ihrem hemdsärmeligen Engagement verehre. 1995 trat ich mit 16 Jahren bei den JUSOs ein, kurz darauf wurde ich JUSO-Vorsitzender von Oranienburg, 1997 trat ich dann auch in die SPD ein und engagierte mich bald im Oranienburger SPD-Vorstand.

1998 wurde ich als jüngster Abgeordneter ein erstes Mal in die Stadtverordnetenversammlung (SVV) gewählt. Meine Schwerpunkte setzte ich damals im Sozial- und im Rechnungsprüfungsausschuss. Wegen meines Abiturs und meines Studiums unterbrach ich mein kommunalpolitisches Engagement, doch gleich nach meinem Studium knüpfte ich wieder daran an und wurde 2008 erneut in die SVV gewählt, übrigens abermals als jüngster Abgeordneter. Diesmal setzte ich meine Schwerpunkte im Bau- und im Werkausschuss.

2010 folgte nach 13 Jahren mein Austritt aus der SPD. Dafür gab es einige Gründe, vor allem hatte ich mich durch den Kanzler Gerhard Schröder verraten gefühlt, als er kurz nach seiner Abwahl in den Gasprom-Konzern wechselte und damit sein Image als „Genossen der Bosse“ und als „Basta-Kanzler“ unterstrich. Im Jahr meines Austritts veröffentlichte außerdem Thilo Sarrazin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ und in Oberhavel hatte ich offen gegen den damaligen SPD-Landrat Schröter protestiert. Ich wurde müde von der SPD, weil ich der Meinung war, dass eine Partei, die einerseits Willy Brandt verehrt und andererseits Thilo Sarrazin aushält, eigentlich für gar nichts steht.

Mein Engagement als Stadtverordneter setzte ich erst als Parteiloser fort und wechselte dann zur politisch naheliegenden Grünen Partei. Der Rot-Grünen Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung blieb ich übrigens trotzdem die ganze Zeit treu und sie auch mir, denn gerade mit den Oranienburger Stadtverordneten hatte ich mich nicht überworfen. Es war vielmehr umgekehrt, dass ich inzwischen in allen demokratischen Parteien politische Freunde gefunden hatte. Ich habe Respekt vor unterschiedlichen Lebensläufen und politischen Prägungen und finde parteipolitisches Geplänkel verantwortungslos, wenn dadurch sachliche Debatten leiden. So entschied ich mich recht bald zur Parteilosigkeit. Damit bin ich sehr glücklich, zumal ein Bürgermeister sowieso überparteilich sein soll.

Ich biete Ihnen langjährige kommunalpolitische Erfahrungen und einen politisch kantigen, aber ehrlichen Lebenslauf. Darum bitte ich um Ihr Vertrauen und um ihre Stimme.

Ihr Alex Laesicke


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