Wie stehen Sie zur AfD?

3. März 2017

Die etablierten Politiker und Medien tun sich schwer im Umgang mit der AfD. Auch ich bin mir nicht sicher, was besser ist. Sollte man der AfD öffentlich möglichst keine Aufmerksamkeit widmen, um ihr keine Plattform für Parolen zu bieten? Oder sollte man gerade die Auseinandersetzung suchen, um sie dadurch zu entzaubern? Beides ist nicht richtig und nicht falsch.

Ich trete der AfD wohl nicht zu nahe, wenn ich sie als scharf rechtsaußen bezeichne. Während die NPD dabei meine Toleranzgrenze komplett überstrapaziert, habe ich die Hoffnung, dass AfD-Sympathisanten noch zu erreichen sind. Ich nehme auch ernst, dass viel zu viele Menschen Angst und Ablehnung gegenüber unserer offenen Gesellschaft empfinden, auch wenn ich selbst diese unter AfD-Sympathisanten verbreitete Wahrnehmung nicht teile. Deswegen kann die Auseinandersetzung mit der AfD nicht einfach ausgesessen werden.

ABER ich will die AfD nicht weichspülen oder den Eindruck vermitteln die AfD wäre eine gewöhnliche Partei aus dem demokratischen Spektrum, mit der man ganz normal debattieren sollte. Nein, Hasskommentare in Foren sind überdurchschnittlich oft von AfD-Sympathisanten. Chemtrails, Reichsbürger oder Hochfinanz sind völlig absurde, paranoide und schizophrene Wahrnehmungen, die auch sehr viel häufiger von AfD-Sympathisanten erlebt werden, als bei den klassischen Parteien. Und Brandstiftungen von Flüchtlingsheimen werden sehr viel häufiger von AfD-Sympathisanten befürwortet oder vollzogen. Die Reihe wäre endlos fortzusetzen. Deswegen wird die AfD meine Aufmerksamkeit auch in Zukunft nicht überstrapazieren.

Im Zentrum meiner Aufmerksamkeit stehen die Wähler aus dem demokratischen Spektrum und die AfD gibt sich nicht sehr viel Mühe zu zeigen, dass demokratische Spielregeln auch für sie bindend sind. Ich muss nicht tolerieren, wer mich nicht toleriert.

Die Herausforderung beim Bürgermeisterwahlkampf liegt nun darin, dass die übrigen Kandidaten sich durch einen faireren Umgang und durch Sachlichkeit von der AfD abgrenzen. Manchmal zweifle ich leider, dass das gelingen wird.

[siehe auch OGA 3.3.2017: „Berliner für AfD im Rennen um Bürgermeisteramt“]


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