Zur Person

 Wer sind Sie überhaupt?

Ihr übersichtlicher Lebenslauf?
Sind Sie denn auch ein „richtiger“ Oranienburger?
Auch wenn ich in Berlin geboren wurde, bin ich seit der Kinderkrippe in Oranienburg verwurzelt. Oranienburg ist meine Heimat und ist der Ort, an dem ich alt werden möchte. Ich habe in der Walther-Bothe-Str., in der Oranienburger Neustadt, in der Augustastraße und in Eden gewohnt und lebe nun mit meiner Frau, meinen Töchtern und meinen Schwiegereltern in einem Haus Hinter dem Schlosspark. Ich besuchte die Kiko II, die Waldschule und habe am Runge-Gymnasium mein Abitur gemacht.

1982 im Kiez Ernst-Thälmann-Str. (heutige Walther-Bothe-Str.)

Waren Sie nicht einmal abenteuerreisender Buchautor?
Neben einigen anderen Radreisen, erinnern sich viele Oranienburger besonders noch daran, dass ich im Jahre 2004 mit dem Fahrrad von Oranienburg nach Jerusalem gefahren war. Später veröffentlichte ich dazu ein Buch. Diese Reise hat aus mir einen völlig anderen Menschen gemacht und hat mich bis heute geprägt, aber ich bin nicht traurig, dass ich diese Zeit hinter mir gelassen habe, denn inzwischen erlebe ich als Familienvater zusammen mit meiner Frau und meinen Töchtern noch spektakulärere Abenteuer.

Reise nach Jerusalem (RBB 2004)
Radio Interview (Deutschland Radio 2004)

Ihre beruflichen Erfahrungen?
Ihr politischer Lebenslauf?

– 1989/90 Durch meinen Vater habe ich die Wendezeit sehr bewusst miterlebt und habe bereits als Kind gelernt, dass Demokratie und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind.

– Frühe 90ger Besonders die Nachwende-Frustration in den frühen 90ger Jahren und die Brandanschläge in Rostock Lichtenhagen, in der Gedenkstätte Sachsenhausen, etc. haben mein politisches Bewusstsein und meine Wachsamkeit gegenüber Extremismus geprägt sowie mein Bedürfnis mich selbst politisch zu engagieren.

– 1995 Beginn meines Engagements bei den JUSOS, kurz darauf wurde ich JUSO-Vorsitzender von Oranienburg.

– 1997 Eintritt in die SPD, kurz darauf wurde ich in den Oranienburger SPD-Vorstand gewählt. In der Zeit begann ich auch mein Engagement beim Forum gegen Rassismus

– 1998 Noch als Schüler wurde ich zum ersten Mal in die Oranienburger Stadtverordnetenversammlung gewählt, wo ich mich auf den Sozialausschuss konzentrierte.

– 2008 Nach meinem Studium wurde ich erneut in die Oranienburger Stadtverordnetenversammlung gewählt und konzentrierte mich diesmal auf den Bau- und den Werkausschuss

– 2010 Seit dem Wechsel Gerhard Schröders zu Gasprom hatte meine Loyalität zur SPD stark nachgelassen, doch auch in Oberhavel hatte ich offen gegen den damaligen Landrat Karl-Heinz Schröter protestiert, was schließlich zu meinem Austritt aus der SPD geführt hatte.

– 2012 Als politisch naheliegende Alternative trat ich kurzzeitig den Bündnis-Grünen bei. Der gemeinsamen SPD/Grüne-Fraktion war ich trotz meines Austritts aus der SPD durchgängig treugeblieben.

– Aktuell: Inzwischen bin ich parteilos und möchte mich auch weiterhin nicht mehr parteilich binden, weil ich in allen demokratischen Parteien Seelenverwandte gefunden habe und zu allen demokratischen Parteien gute Beziehungen pflege. Ich unterscheide eher zwischen Pragmatikern und Ideologen. Außerdem verstehe ich die von mir schon länger angestrebte Position des Bürgermeisters als überparteilich und sehe es als Vorteil an, keiner Partei verpflichtet und für alle gleichermaßen ansprechbar zu sein. Um meine persönliche Haltung zu erklären, benötige ich ohnehin kein Parteibuch.

Ihre sonstigen Engagements?

– Theatergruppe OBST (am Runge-Gymnasium): Zusammen mit dieser Gruppe durfte ich mit dem Stück „Steigt ein frei Geschlecht empor…“ am Bundestheatertreffen teilnehmen und sogar auf Einladung des damaligen Bundespräsidenten im Schloss Bellevue auftreten. An diese Gruppe denke ich immer noch in tiefer Dankbarkeit zurück.

– ASB / Arbeiter Samariter Bund: Ich bin seit 2003 Mitglied und habe hier als Betreuer Kinderfreizeiten begleitet.

– BI Kindswohl: in dieser Initiative in OHV hatte ich mich engagiert, um Familien, die sich in Sorgerechts- und Umgangsauseinandersetzungen befinden, den Rücken zu stärken. Das war traurig und frustrierend. Mein Tipp: Auch wenn es nicht mehr mit dem Partner klappt, jeder tut sich und seinen Kindern einen großen Gefallen bei einer Trennung möglichst ohne Behörden, Rechtsanwälte und soziale Träger auszukommen, selbst wenn man dabei seinen ganzen Stolz herunterschlucken muss.

– Aufsichtsrat Eden e.G.: Weil ich eine Zeit lang in Eden wohnte, wurde ich auch zum Aufsichtsratsmitglied der Eden Genossenschaft gewählt und brachte mich in den Finanzausschuss ein. Auch wenn ich inzwischen an anderer Stelle in Oranienburg meinen Baum gepflanzt habe, gilt diesem traditionsreichen Fleckchen Erde meine besondere Sympathie.

– Willkommen in OHV: Meine Radreise nach Jerusalem, als ich auch Syrien durchquerte, kommt mir im Nachhinein schicksalhaft vor. Dadurch hatte ich auch früh das Bedürfnis mich für die Gastfreundschaft zu revanchieren, die ich erfahren durfte. Allerdings habe ich dadurch auch sehr früh angefangen mich für Islamismus und kulturelle Konflikte zu sensibilisieren.

– DIG / Deutsch-Israelische Gesellschaft: Seit meiner Radreise nach Jerusalem empfinde ich eine enge Verbundenheit zu Israel, so dass ich inzwischen auch Hebräisch lerne. Ich wünsche mir irgendwann die Thora im Original lesen zu können.

Nennen Sie drei Stärken und Schwächen!

Stärken:
1. Ich pflege keine Feindschaften
2. In angespannten Situationen behalte ich die Ruhe
3. Ich finde mich leicht in der Fremde zurecht

Schwächen:
1. Mich nervt es, wenn man mich nur als „meines Vaters Sohn“ sieht
2. Ich muss stets mein Gewicht im Auge behalten
3. Ich übe noch meinem Smartphone nicht zu viel Raum zu geben

Was sind Ihre Hobbies?
Im Moment ist meine Freizeit durch meine Bürgermeisterkandidatur und wegen meiner beiden Kinder ausgefüllt. Wenn Zeit ist radle, jogge oder schwimme ich gern, außerdem spaziere ich gerne mit meiner Familie und unseren Hunden, dem alten Herrn Schlappi und Checker, durch die Wälder und Felder der Oranienburger Ortsteile. Ich schreibe gerne und interessiere mich neben Kommunalpolitik besonders für die hebräische Sprache, für den Nahen Osten und für Glaubensfragen.

Glauben Sie an Gott?
Ja, ich bin evangelisch getauft, habe kirchlich geheiratet, setze mich mit Theologie auseinander und ich vertraue von Herzen auf den Gott der Liebe. Ich fasziniere mich für die verschiedenen Religionen, habe mit ihnen aber auch ein paar Schwierigkeiten und denke, dass Glaube und Zweifel zusammengehören. Besonders meine Reise nach Jerusalem hat mir geholfen, meinen persönlichen Frieden zu finden. Ich achte die Schöpfung Gottes.

Was mögen Sie an Oranienburg?

Was bereitet Ihnen in Oranienburg Sorge?
Sorgen macht mir, dass Oranienburger Politik dekadent werden könnte, also überheblich, denn ich habe den Eindruck, dass persönliche Eitelkeiten inzwischen eine größere Rolle spielen. Ein objektiv sehr großes Problem ist die Bombenlast. Wir haben seit der Wende immerhin 200 Bomben geborgen, aber das ist nicht einmal die Hälfte. Ich bin auch wütend, dass die Bombenlast mit geschätzten 4 Mio. € allein 2017 überhaupt den Oranienburger Haushalt belastet, denn gerecht wäre es, wenn der Bund vollständig seine Verantwortung eingestehen würde. Der Krieg war ja nicht von Oranienburg ausgegangen.

Warum sollte man gerade Sie wählen?

Verzichten Sie nicht darauf, Ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, sondern nutzen Sie Ihr Wahlrecht. Ich biete Ihnen kommunalpolitische Erfahrung und als Diplom-Volkswirt eine berufliche Basis, die mich fachlich für diese Position qualifiziert. Vor allem aber meine Begeisterung für Oranienburg und die Oranienburger, denen auch ich ein glaubwürdiger und starker Bürgermeister auf Augenhöhe sein möchte.

Was macht eigentlich ein Bürgermeister?

Ist der Bürgermeister eigentlich für alles in Oranienburg verantwortlich?
Der Bürgermeister verantwortet nur einen Teil der Aufgaben in Oranienburg. Das Finanzamt, die Polizei, die Gedenkstätte oder der Kreis, der z.B. Busverkehr und das Krankenhaus betreut, sind unabhängig von der Stadtverwaltung. Der Bürgermeister ist jedoch auch der oberste Interessenvertreter der Oranienburger nach außen und soll sich in wichtigen Fragen für die Oranienburger einsetzen, selbst wenn der Gesetzgeber eine andere Zuständigkeit festgelegt hat, z.B. bei Radwegen an Bundes- und Landesstraßen.

Warum wollen Sie gerade Bürgermeister werden?
Ich habe hautnah die Gestaltung der Veränderung von Oranienburg miterleben können. Deshalb hat es mich schon früh begeistert, wie durch phantasievolle und couragierte Menschen Oranienburg ein neues Gesicht erhalten hat. Daran möchte ich anknüpfen und Oranienburgs erfreuliche Entwicklung fortführen.

Was wollen Sie mit Ihrem Motto 'Gemeinsam für Oranienburg' aussagen?


Volksnähe – Wie wollen Sie den Kontakt zu den Menschen pflegen?
Als Bürgermeister beabsichtige ich nicht über den Bürgern der Stadt zu stehen, sondern mitten unter ihnen. Die Lücke, die viele nach dem Abtritt des aktuellen Bürgermeisters in der Hinsicht erwarten, ist für mich ein großer Ansporn. Ich würde den Stil meines Vaters zwar nicht kopieren, möchte aber viele seiner bewährten Traditionen fortsetzen, angefangen von der Neubürgerradtour bis hin zum Weihnachtssingen mit dem Bürgermeister und vieles, vieles mehr.

Das sind große Fußstapfen, wollen Sie Ihren Vater nachahmen?
Ich bin stolz auf meinen Vater und auf das, was er geleistet hat. Er ist sicher auch mein wichtigster Mentor. Deswegen möchte ich weitgehend seine Linie fortführen. Ich habe aber eine eigene Persönlichkeit und beanspruche eigene Akzente zu setzen.


Ein parteiloser Bürgermeister, geht denn das?

Was halten Sie von Ihren Gegenkandidaten?
Ich möchte es den Wählern überlassen sich ein eigenes Bild von den Stärken und Schwächen der Kandidaten zu machen, weil ich es als schlechten Stil empfinde, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin sich darauf konzentriert seine/ihre Kontrahenten zu verunglimpfen, statt selbstbewusst die eigenen Stärken hervorzuheben.
Wie stehen Sie zur AfD?
Es ist falsch die AfD auszusitzen, weil man ernst nehmen muss, dass viele Menschen unsere offene Gesellschaft ablehnen. Andererseits möchte man der AfD aber auch keine Plattform für Parolen bieten. Persönlich habe ich die Hoffnung, dass man viele frustrierte AfD-Sympathisanten noch erreichen kann. Ich werde aber nicht so tun, als ob die AfD eine ganz normale Partei aus dem demokratischen Spektrum ist. Wenn die AfD politisch ernst genommen werden möchte, muss sie sich mehr Mühe geben zu zeigen, dass auch für sie demokratische Spielregeln bindend sind. [mehr]